Volvo China Open 2026

DP World Tour – 23.-26. April | Shanghai Enhance Anting GC, Shanghai/China

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DP World Tour Sieg #9! Bernd Wiesberger ist nach 1.792 Tagen wieder obenauf – und zeigt sich emotional wie selten zuvor

Nach fünf sieglosen Jahren steht Bernd Wiesberger wieder ganz oben am Siegerpodest eines der DP-World-Tour-Turniers. Nachdem der entscheidende Putt gefallen ist und Bernd Wiesberger zum Interview kommt, ringt der sonst so abgeklärte Burgenländer mit seinen Emotionen. „Es waren ein paar harte Jahre“, sagt ein sichtlich bewegter Wiesberger. „Eine unglaubliche Woche. Ich habe heute mein Herz auf dem Platz gelassen. Es war nicht immer schön anzusehen, aber ich habe den Sieg ins Ziel gebracht.“ Es ist ein Triumph, der vor allem von Konstanz, Hartnäckigkeit und mentaler Stärke geprägt ist – genau jene Qualitäten, die den 40-Jährigen seit Jahren auszeichnen und die sich in Shanghai nun eindrucksvoll bezahlt machen. 

Bereits zum Auftakt legt Wiesberger mit einer makellosen 64 (-7) den Grundstein und gehört früh zum Spitzenfeld des Leaderboards. Auch am zweiten Tag bleibt er mit einer 66 (-5) – trotz zweier Bogeys – auf Kurs und geht als geteilter Führender ins Wochenende. Zwar muss er nach einer soliden 68 (-3) am Moving Day die Spitzenposition an den stark aufspielenden Adrian Otaegui (62/-9) abgeben, doch mit nur einem Schlag Rückstand bleibt er vor der Finalrunde voll im Rennen. Im letzten Flight kommt es schließlich zum direkten Duell um den Titel.

Zunächst scheint alles für Otaegui zu laufen. Der in Spanien geborene Emirati baut seinen Vorsprung bis zum Turn auf drei Schläge aus und wirkt wie der sichere Sieger. Doch im Sport genügt oft ein einziger Moment, um die Karten neu zu mischen. „Adrian ist ein großartiger Konkurrent und hatte alles unter Kontrolle, aber auf dem zehnten Loch ist etwas passiert, das ich mir nicht erklären kann. So ist Golf manchmal“, beschreibt Wiesberger die Schlüsselszene aus seiner Sicht.

Denn Wiesberger locht auf dem Par 5 einen Chip aus einer schwieriger Bergablage zum unverhofften Birdie – in einer Situation, in der es eigentlich darum ging, das Par zu sichern – und eröffnet damit einen beeindruckenden Lauf. Das Momentum ist plötzlich auf seiner Seite, und nur drei Löcher später ist der Österreicher nach zwei weiteren Schlaggewinnen – dank gelochter Monster-Birdie-Putts und einem Bogey von Otaegui – gleichauf und nimmt seinem Gegner spürbar den Wind aus den Segeln.

Während Wiesberger in der entscheidenden Phase mit der Routine eines achtfachen Tour-Siegers fehlerfrei bleibt, wackelt Otaegui weiter und leistet sich kostspielige Fehler. Auf dem Par 3 der 16 kassiert Otaegui das Bogey und geht mit einem Schlag Rückstand auf das Schlussloch, wo schließlich noch ein Doppelbogey folgt, das all seine Hoffnungen zunichtemacht.

Wiesberger spielt die letzte Bahn hingegen souverän herunter und locht sicher zum Par. Mit einer 67 (-4) sichert er sich schließlich mit drei Schlägen Vorsprung seinen neunten Sieg auf der DP World Tour – und den ersten seit 1.792 Tagen. „Ich bin unglaublich stolz darauf, dass ich in den letzten schwierigen Zeiten auf dem Platz durchgehalten habe. Dieser Sieg ist für alle zu Hause – ich könnte nicht glücklicher sein“, sagt Wiesberger nach der Runde.

Der Erfolg hat auch sportlich weitreichende Bedeutung: „Der Sieg verändert auch meine nächsten Jahre ein Stück weit. Er bringt mich zurück in die Rolex-Series-Turniere – und das ist enorm wichtig.“ Auf dem Weg zurück an die Spitze spielte auch neues Equipment eine Rolle. Nach einem Besuch im Titleist Performance Centre in Woburn in der Vorwoche – wo er erstmals die neuen GTS-Metals testete – folgt direkt der große Erfolg.

Mit seinem Triumph schreibt Wiesberger auch ein weiteres Kapitel österreichischer Golfgeschichte bei den traditionsreichen Volvo China Open – jenem Turnier, bei dem Markus Brier vor 19 Jahren als erster Österreicher auf triumphierte. 

Steinlechner bestätigt Aufwind

Auch Maximilian Steinlechner - der auf dem 18. Grün zu einem der ersten Gratulanten zählt - knüpft an die positiven Ansätze der letzten Wochen an. Nachdem der Tiroler zuletzt sein drittes Top-35-Ergebnis aus den vergangenen fünf Starts verbuchen konnte, bestätigt er diesen Aufwärtstrend auch in China und zeigt erneut eine insgesamt stabile Leistung. Zum Auftakt bringt er trotz zweier Bogeys und eines Doppelbogeys dank sechs Birdies eine 69 (-2) ins Ziel, an den folgenden beiden Tagen wollen ihm allerdings nur noch insgesamt vier Schlaggewinne gelingen. Dabei präsentiert er sich jedoch stabiler und muss nur ebenso viele Schlagverluste hinnehmen. Nach den beiden Even-Par-71er-Runden liegt er knapp innerhalb der Top 50. Am Sonntag zeigt der Rookie aber nochmals auf und macht mit einer starken 67 (-4) noch zahlreiche Plätze gut. Mit zwei Birdie-Doppelpacks auf den Back Nine gelingt ihm ein starkes Finish, das ihn bis auf Rang T25 (-6) nach vorne bringt – sein zweitbestes Saisonergebnis und ein weiterer Beleg für die positive Entwicklung der letzten Wochen. 

Volvo China Open 2026

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Turniervorschau

Die DP World Tour setzt in dieser Woche den Asian Swing mit dem vorletzten Stopp fort – und zwar mit einem Turnier, das aus österreichischer Sicht einen ganz besonderen Platz in der Golfgeschichte einnimmt. Die Volvo China Open kehrt bereits zum 31. Mal zurück – jenes Event, bei dem Markus Brier vor mittlerweile 19 Jahren seine Sternstunde erlebte und als erster Österreicher auf internationalem Boden einen Sieg auf der European Tour feiern konnte. 

Auch in diesem Jahr trifft sich im Shanghai Enhance Anting Golf Club vor den Toren Shanghais ein hochklassiges Teilnehmerfeld. Der von Robert Trent Jones II designte Par-72-Kurs ist zum zweiten Mal in Folge Austragungsort des traditionsreichen Turniers, das gemeinsam von der DP World Tour und der China Tour veranstaltet wird. 

Aus österreichischer Sicht ruhen die Hoffnungen in dieser Woche auf Bernd Wiesberger und Maximilian Steinlechner, die nach knapp einmonatiger Turnierpause in den Wettkampf zurückkehren. Wiesberger verpasste zuletzt in Indien zwar den Cut, sammelte zuvor in Südafrika mit zwei Top-15-Platzierungen jedoch wichtige Punkte für das Race to Dubai. Im Vorjahr reichte es bei den China Open nach einer durchwachsenen Auftaktrunde nur zu einem geteilten 43. Platz. In der Vergangenheit konnte er bei diesem Turnier allerdings bereits aufzeigen: 2017 gelang ihm mit Rang vier sein bislang bestes Ergebnis. 

Rookie Steinlechner reist nach einem durchwachsenen Saisonstart mit insgesamt positiven Eindrücken nach Shanghai. Der Tiroler konnte in Indien mit Rang T34 bereits sein drittes Top-35-Ergebnis aus den letzten fünf Starts verbuchen und scheint sich zunehmend zu stabilisieren. China ist für ihn kein Neuland: Bereits bei der Hainan Classic war er in dieser Saison im Einsatz, verpasste dort jedoch den Cut. Mut machen hingegen seine starken Auftritte zum Saisonende der HotelPlanner Tour 2025, als er in China gleich zweimal als Zweiter abschloss.