Turkish Airlines Open 2026

DP World Tour – 30. April - 3. Mai | National Golf Club, Belek/Türkei

Major-Ticket trotz Finaltag-Drama: Wiesberger fixiert PGA-Championship-Startplatz – Steinlechner stolpert nach starkem Auftakt über den Cut

Bernd Wiesberger löst bei der Turkish Airlines Open zwar nicht den ganz großen sportlichen Coup ein, kassiert aber das eigentliche Ziel der Woche: Mit Rang 13 (-6) sichert sich der Burgenländer den geteilten zweiten Platz im finalen Asian-Swing-Ranking – und damit den Startplatz bei der PGA Championship in zwei Wochen in Aronimink. Es ist für den 40-Jährigen die erste Major-Teilnahme seit 2022. Für Maximilian Steinlechner endet die Woche dagegen früher als erhofft: Nach starkem Auftakt verpasst der Tiroler Rookie den Cut.

Wiesberger startet vielversprechend in das Turnier. Die Auftaktrunde von 69 (-3) bringt ihn früh in Schlagdistanz zu den Top-Plätzen, ehe der Freitag zum Kraftakt wird. Mit etlichen kurz verschobenen Putts macht sich der Burgenländer das Leben selbst schwer und hadert über weite Strecken. Am Ende steht eine 73 (+1) auf der Scorecard – die „Pflichtaufgabe Cut“ ist mit purem Willen erledigt, aber die Ausgangslage für die Top-3-Mission im Asian Swing ist alles andere als komfortabel.

Am Moving Day schaltet er einen Gang höher. Mit der besten Runde der Woche, einer 69 (-3), schiebt er sich auf Rang T17 vor und übernimmt vor dem Finaltag selbst die Kontrolle über sein Major-Ticket. Auf den ersten 14 Löchern des Schlusstags läuft alles nach Plan, ehe die letzte Schleife im National Golf Club zum nervlichen Stresstest gerät. Den dramatischen Höhepunkt liefert der Drive am Schlussloch, der zu weit nach links zieht und im Wasser landet. Mit Gefühl rettet Wiesberger immerhin das Bogey – und nach Abschluss der Konkurrenz die Gewissheit, dass Rang 13 für Platz 2 in der Swing-Wertung reicht.

„Die ersten 14 Löcher waren richtig gut, die letzten vier dann echt nix mehr. Ganz ehrlich, das fühlt sich grad wie ein weggeschmissenes Turnier an von mir. Es ist natürlich schön, dass ich in Aronimink mit dabei bin und das verändert jetzt auch meinen unmittelbaren Turnierplan etwas, aber es war jetzt nicht unbedingt ein Ziel von mir heuer“, fasst der Burgenländer zwiegespalten zusammen. Hinter Asian-Swing-Sieger Mikael Lindberg, der mit seinem ersten DP-World-Tour-Triumph (gesamt -10) auch die Wertung für sich entscheidet, und vor dem Drittplatzierten Jordan Gumberg ist Wiesberger der zweite Profi mit gesichertem Startplatz in Aronimink.

Für Maximilian Steinlechner verläuft die Woche nach Drehbuch eines „was wäre wenn“. Mit der allerersten Tee Time des Turniers nutzt der 26-jährige Tiroler die ruhigen Bedingungen am Donnerstag perfekt aus, unterschreibt eine 69 (-3) und liegt damit unmittelbar in Schlagdistanz der Top 10. Am Freitag jedoch erwischt er einen rabenschwarzen Tag: Mehrere verfehlte Grüns, verpasste Up-and-Downs und ein nicht genütztes Par 5 türmen sich zu einer 77 (+5) auf, die ihn deutlich hinter die Cut-Linie zurückwirft. So endet die Türkei-Reise vorzeitig – die Aufwärtstendenz der vergangenen Wochen mit zuletzt T25 (-6) in China bleibt aber bestehen und gibt für die kommenden Turniere Anlass zur Zuversicht.

Turkish Airlines Open 2026

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Turniervorschau

Mit der Turkish Airlines Open, die nach einer fünfjährigen Pause zwischen 2020 und 2024 erst im Vorjahr in den Kalender zurückkehrte, erreicht der Asian Swing der DP World Tour seinen Höhepunkt – es geht diese Woche somit sportlich wie persönlich um enorm viel. Neben dem Preisgeld von 2,75 Millionen Dollar geht es vor allem um begehrte Startplätze: Die Top drei der Asian Swing Rankings sichern sich ein Ticket für die PGA Championship.

Schauplatz ist heuer erstmals der Belek National Golf Club, der als 463. Austragungsort in die Geschichte der Tour eingeht. Eingebettet in die Küstenlandschaft von Belek an der türkischen Riviera, gilt der Par-72-Kurs mit 7.287 Yards als erster international anerkannter Golfplatz des Landes.

Sportlich verspricht der Kurs eine anspruchsvolle, aber faire Prüfung: Wenig Rough bedeutet zwar optisch großzügige Spielbahnen, doch die Herausforderung liegt klar in der Präzision in Richtung Grüns. Strategisches Course Management und exaktes Eisenspiel werden entscheidend sein, um sich in Position zu bringen. Ein zusätzlicher Anreiz: Sollte der aktuelle Platzrekord von 66 Schlägen (-6), aufgestellt von ÖGV-Coach Bernd Ritthammer im Jahr 2014, fallen, winken dem ersten Spieler, der diese Marke unterbietet, 40.000 Dollar Bonus.

Im Mittelpunkt aus österreichischer Sicht steht Bernd Wiesberger – und das aus gutem Grund. Nach seinem ersten Sieg auf der DP World Tour seit fast fünf Jahren reist der Burgenländer mit viel Selbstvertrauen in die Türkei. In der Asian Swing Wertung liegt er aktuell auf dem geteilten zweiten Platz und hat beste Chancen, sich das Major-Ticket zu sichern. Sein letzter Antritt bei einem der vier Majors datiert aus dem Jahr 2022.

„Ich fühle mich großartig“, erklärte Wiesberger im Vorfeld. Nach einem Ruhetag am Montag sei er nun wieder fokussiert und bereit für die nächste Herausforderung. Die Reaktionen auf seinen Sieg seien überwältigend gewesen – Glückwünsche aus aller Welt haben ihn erreicht. Vor allem aber habe der Erfolg für ihn eine besondere Bedeutung: Er habe sich selbst bewiesen, dass er „es noch draufhat“ – ein Gefühl, das ihm in den vergangenen Jahren gefehlt habe. Entsprechend groß ist die Motivation, auf dieser Leistung aufzubauen und nach vorne zu blicken. Auch die Vergangenheit macht Mut: Wiesberger konnte bei diesem Turnier bereits zweimal in den Top Ten landen, sein bestes Ergebnis datiert aus dem Jahr 2016 mit Rang vier.

Auch Maximilian Steinlechner reist mit Rückenwind an. Der Rookie bestätigt nach einem durchwachsenen Saisonstart zuletzt klar seinen Aufwärtstrend: Vier Top-35-Ergebnisse aus den vergangenen sechs Turnieren sprechen eine deutliche Sprache. In der Vorwoche untermauerte Steinlechner diese Entwicklung mit Rang T25 (-6) in China – seinem zweitbesten Saisonergebnis – eindrucksvoll.

Damit gehen beide Österreicher mit vielversprechenden Voraussetzungen in das Finale des Asian Swings: Wiesberger als Rückkehrer in den Kreis der Sieger mit großen Ambitionen – und Steinlechner als aufstrebender Rookie, der sich zunehmend auf der großen Bühne behauptet.