
Masters Tournament 2026
PGA Tour/DP World Tour – 09.-12. April | Augusta National GC, Augusta/Georgia
Straka spielt drei Tage solide, muss am Schlusstag aber Abstriche machen – McIlroy baut an seiner Masters-Legende
Der Augusta National präsentiert sich heuer trocken, hart und schnell wie selten zuvor. Warme Temperaturen, niedrige Luftfeuchtigkeit, viel Sonne und kein Tröpfchen Regen sorgen dafür, dass Fairways und Grüns von Tag zu Tag noch schneller werden. Am Schlusstag kommt etwas Wind dazu – genug, um den ohnehin anspruchsvollen Platz noch ein wenig herausfordernder zu machen.
Für Sepp Straka ist das keine ideale Mischung. Der Österreicher zeigt beim ersten Major des Jahres zwar über weite Strecken eine kontrollierte und durchaus ansprechende Leistung, richtig warm wird er mit Augusta National aber auch diesmal nicht. Dennoch leistet er sich keine wirklich großen Fehler. Was ihm allerdings fehlt, ist die nötige offensive Durchschlagskraft. Elf Birdies und kein Eagle sind im Vergleich zum restlichen Feld, das auf den entscheidenden Löchern mehr Kapital aus guten Chancen schlägt, letztlich zu wenig, um dem Turnier seinen Stempel aufzudrücken.
Schon die Auftaktrunde steht exemplarisch: Zwei frühe Birdies lassen Straka zunächst im vorderen Bereich des Leaderboards aufscheinen, ehe drei Bogeys eine 73 (+1) zur Folge haben. Am Freitag legt er mit einer Even-Par-72 nach und schafft locker den Cut (+4). Am Samstag gelingt ihm sein persönliches Highlight beim Masters: Mit einer 69 (-3) bleibt er in Augusta erstmals in seiner Profikarriere unter 70 Schlägen und bringt sich damit in Schlagdistanz zu einer möglichen Verbesserung seiner bisher besten Platzierung (T16).
Der Finaltag wird für Straka jedoch zum Stolperstein. Nachdem er in den ersten drei Runden insgesamt nur sieben Bogeys notiert, kommen am Sonntag gleich sechs weitere dazu. Auf der Habenseite stehen nur zwei Birdies, unterm Strich steht eine 76 (+4) zu Buche. Damit fällt er noch deutlich zurück und beendet das Turnier mit 2 über Par auf Rang 41. Somit bleibt er auch bei seinem fünften Antreten in Augusta im Endklassement über Par.
Während Straka also erneut feststellen muss, dass Augusta National für ihn kein leicht zu lösender Prüfstein ist, entwickelt sich an der Spitze ein hochklassiges und dramatisches Finale. Justin Rose scheint mit zwei Schlägen Vorsprung zu Beginn der Back Nine zwischenzeitlich auf dem Weg zu seinem großen Triumph, verliert aber rund um Amen Corner mit Fehlschlägen entscheidend an Boden. Cameron Young macht anfangs Avancen auf den Platz an der Sonne, kann seine Chancen auf den Back Nine aber nicht in Birdies ummünzen. Und Scottie Scheffler liefert zwar eine bemerkenswerte Aufholjagd, der angehäufte Rückstand aus den ersten beiden Tagen (70/74) ist aber eine Nummer zu groß: Die Weltranglistenerste spielt an den letzten beiden Tagen 65 und 68 Schläge, bleibt dabei als erster Golfer seit 1942 am Wochenende bogeyfrei und erarbeitet sich noch ein Endergebnis von -11 – was sich schlussendlich als ein Schlag zu viel erweist.
Somit heißt der Sieger erneut Rory McIlroy. Der Nordire, der nach 36 Löchern noch mit sechs Schlägen führt und am Samstag den gesamten Polster einbüßt, findet in den entscheidenden Momenten wieder die richtigen Antworten. Nach Schwierigkeiten auf den beiden Par-3-Löchern der Front Nine sorgt er mit zwei Birdies in Folge für persönliches Momentum und kollektives Aufatmen. Rund um Amen Corner übernimmt McIlroy mit Birdies auf den Löchern 12 und 13 endgültig wieder die Kontrolle. Es bleibt aber bis zum Ende nervenaufreibend. Mit zwei Schlägen Vorsprung geht er auf die letzte Teebox, und mit einem deutlich nach rechts verzogenen Drive sorgt er noch einmal für Unruhe. Doch mit Nervenstärke und einem abschließenden Bogey auf dem Weg zu einer 71er-Schlussrunde rettet McIlroy bei 12 unter Par den Sieg mit einem Schlag Vorsprung auf Scheffler.
Damit schreibt McIlroy in Augusta mit seinem sechsten Major-Sieg das nächste Kapitel seiner Erfolgskarriere. Nach seinem Triumph im Vorjahr gewinnt er als erst vierter Spieler überhaupt das Masters zweimal in Folge und reiht sich damit in eine exklusive Gruppe mit Jack Nicklaus, Nick Faldo und Tiger Woods ein. Ein Jahr nach dem Career Grand Slam ist aus dem lange (17 Jahre Anlaufzeit) vergeblich angereisten McIlroy endgültig auch eine prägende Figur der Masters-Geschichte geworden. Das grüne Jackett sitzt weiterhin wie angegossen – und McIlroy arbeitet mehr denn je an seinem Status als wahre Masters-Legende.
The Masters Tournament 2026
LeaderboardTurniervorschau
Alle Augen richten sich in dieser Woche wieder auf den Augusta National Golf Club, wo mit dem 90. Masters Tournament das erste Major des Jahres über die Bühne geht. Über Jahre hinweg war die zentrale Storyline rund um Augusta eng mit Rory McIlroy verknüpft. Die Frage, ob er den Career Grand Slam vollenden kann, begleitete das Masters über ein ganzes Jahrzehnt. Seit 2025 ist diese Diskussion jedoch Geschichte: Mit seinem Sieg im Vorjahr beendete McIlroy eine fast elfjährige Major-Durststrecke und sicherte sich seinen fünften Major-Titel. Damit hat er den letzten fehlenden Baustein seiner Karriere ergänzt. Dadurch ist McIlroy heuer etwas weniger im Fokus als in den Jahren zuvor – und dennoch bleibt er als Titelverteidiger und einer der größten Namen im Golfsport eine der zentralen Figuren der Woche.
Das Masters bleibt das exklusivste der vier Majors, nicht zuletzt aufgrund der geringen Feldgröße. Heuer haben sich nur 91 Spieler qualifiziert bzw. eine Einladung erhalten. Insgesamt 22 Spieler – darunter sechs Amateure – erleben heuer ihr Debüt in Augusta und dürfen erstmals die berühmte Magnolia Lane hinunterfahren. Ein Sieg bei der Premiere wäre eine Sensation: Zuletzt gelang dies Fuzzy Zoeller im Jahr 1979.
Sportlich präsentiert sich der Platz als klassischer Par 72 mit einer Gesamtlänge von 6917 Meter – so lang wie nie zuvor. Verantwortlich dafür ist unter anderem die Anpassung am 17. Loch, das nun 411 Meter misst. Charakteristisch bleibt der Platz jedoch unverändert: Augusta ist ein klassischer „Second-Shot-Course“, bei dem die Qualität der Annäherungsschläge entscheidend ist. Aufgrund des kaum vorhandenen Roughs liegt der Fokus weniger auf reiner Fehlervermeidung als auf der optimalen Positionierung für den Schlag ins Grün. Länge vom Tee ist ein Vorteil, doch entscheidend bleibt die Erfahrung auf den ondulierten Grüns und das Verständnis wo die Annäherungen platziert werden sollten.
Auch die äußeren Bedingungen dürften eine wichtige Rolle spielen – allerdings im positiven Sinne. Nach wetterbedingten Einschränkungen zuletzt auf der PGA TOUR wird Augusta heuer von seiner besten Seite erwartet: viel Sonne, angenehme Temperaturen und nur leichte Winde schaffen nahezu ideale Voraussetzungen.
Aus österreichischer Sicht richtet sich der Fokus auf Sepp Straka, der 2026 sein fünftes Masters bestreitet. Seine bisherige Bilanz zeigt, wie anspruchsvoll Augusta National selbst für etablierte Spieler ist. Sein bestes Ergebnis ist ein guter geteilter 16. Platz aus dem Jahr 2024. Insgesamt hat er bislang 14 Runden auf diesem Platz absolviert. Auffällig dabei: Eine Runde in den 60ern ist ihm noch nicht gelungen, seine beste Runde war eine 70, die schwächste eine 78. Auch Runden unter Par sind mit vier Stück bislang rar geblieben. 2025 musste Straka zudem erstmals in seiner Masters-Karriere einen verpassten Cut hinnehmen.
Diese Zahlen unterstreichen, dass Augusta andere Qualitäten verlangt als viele andere Turniere im Kalender. Erfahrung, Geduld und strategisches Spiel sind hier entscheidend – Faktoren, die sich oft erst über mehrere Jahre hinweg entwickeln.
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