KPMG Women's Irish Open

Ladies European Tour – 27. – 30. August | The K Club, Palmer South Course, Co. Kildare (Irland)

Standgas am Sonntag: Spitz beste Österreicherin auf T26 nach Steigerung ab Freitag

Emma Spitz landet bei der KPMG Women's Irish Open im The K Club auf dem geteilten 26. Rang und ist damit beste Österreicherin bei der Ladies-European-Tour-Station vor dem Solheim Cup. Nach durchwachsenem Auftakt lieferte die Niederösterreicherin zwei starke Aufholrunden ab, konnte den Schwung am Finaltag aber nicht in ein Topergebnis konvertieren. Den Titel holt sich souverän die Südafrikanerin Casandra Alexander – sie führt vom ersten bis zum letzten Tag und gewinnt mit gesamt -20 (268) und drei Schlägen Vorsprung auf die Tschechin Sara Kouskova. Es ist Alexanders zweiter LET-Titel nach fünf zweiten Plätzen in dieser Saison.

Für Emma Spitz verlief die Woche in vier deutlich verschiedenen Kapiteln. Der Donnerstag wollte nicht so recht in Gang kommen – nach elf Pars in Folge fing sich Österreichs Nummer 1 einen ersten Fehler ein und beendete Runde 1 mit einer 74 (+2) auf Rang 69. Am Freitag drückte die Niederösterreicherin dann deutlich stärker aufs Gaspedal: Eine  68 (-4) brachte nicht nur den souveränen Cut, sondern hielt auch die Perspektive auf ein Topergebnis am Leben. Am Moving Day baute Spitz mit einer weiteren roten Runde von 67 (-5) ihre Ausgangslage aus – die Anschlussmarge zum Spitzenfeld schrumpfte zwischenzeitlich auf greifbare Nähe. Der Finaltag zeigte dann jedoch, wie eng die Grenzen im dichten LET-Feld gezogen sind: Mit einer 72 (Par) kam Spitz nicht mehr an die entscheidenden Schaltstellen des Kurses heran und rutschte im Klassement noch einige Plätze zurück. Endstand: -7 gesamt und Rang T26 – eine solide Standortbestimmung, aber angesichts der starken Zwischenrunden auch ein Ergebnis, das ein wenig unter den Möglichkeiten der Woche blieb.

Zweite rot-weiß-rote Vertreterin im Wochenendfeld war Sarah Schober. Die Steirerin präsentierte sich mit Runden von 72, 70, 70 und 72 über alle vier Tage bemerkenswert konstant, kam bei -4 gesamt ins Ziel und klassierte sich auf Rang T35. Für Schober, die aktuell auf Rang 122 der Race to Costa del Sol notiert, sind das wertvolle Punkte im Kampf um die Kategorie für die Saison 2027. Bitter dagegen die Woche für LET-Rookie Katharina Mühlbauer(aktuell Rang 115 der Jahreswertung): Als 61. verpasste die Oberösterreicherin den Cut denkbar knapp – um einen einzigen Schlag. Für Mühlbauer bleibt damit der Druck im Herbst-Finale der Tour hoch: In den kommenden Wochen wird sie punktetechnisch klar liefern müssen, um die Tourkarte 2027 abzusichern.

An der Spitze war die Turnierwoche eine reine Casandra-Alexander-Show. Die 27-jährige Südafrikanerin startete mit einer 63 (-9) und einem neuen Platzrekord in das Turnier, legte mit 66 und 69 nach und behielt am Finaltag auch dann die Nerven, als die vermeintlich komfortable Drei-Schlag-Führung kurzzeitig zu wackeln begann. Am Ende reichten es zum souveränen Wire-to-Wire-Erfolg. Home-Favoritin Leona Maguire klassierte sich nach einer starken Schluss-68 (-4) auf dem geteilten vierten Rang mit -15 – ihr Karriere-bestes Ergebnis bei der Women's Irish Open, geteilt mit der Schwedin Louise Rydqvist. Aus DACH-Sicht überzeugten die Deutschen Patricia Schmidt und Alexandra Försterling mit einem geteilten 11. Rang.

Für die österreichischen Vertreterinnen geht es nun mit einer kurzen Pause weiter in Richtung Herbst-Finale der LET. Nach dem K-Club-Auftritt stehen mit den La Sella Open in Spanien (20.9.), der neuen Ladies Italian Open (27.9.) und den PIF-Global-Series-Events in Korea und China die letzten großen Wertungspunkte-Wochen an – Turniere, in denen jede Cut-Position und jede Preisgeld-Kerbe für die abschließende Positionierung in der Order of Merit entscheidend sein wird.

Turniervorschau

Mit der KPMG Women's Irish Open steuert die Ladies European Tour auf einen der Höhepunkte ihres Sommer-Kalenders zu. Die 2026er-Auflage öffnet ein neues Kapitel: Erstmals wird der Bewerb im weltberühmten The K Club in Co. Kildare ausgetragen, auf dem Palmer South Course – jener Anlage, die früher als „Smurfit Course" bekannt war und dreimal die European Open beheimatete. 129 Spielerinnen aus 33 Nationen kämpfen um Preisgeld und Solheim-Cup-Vorbereitungspunkte. 

Das Feld wird angeführt von der Weltranglisten-Vierten Charley Hull, die nach ihrem umjubelten Debüt im Vorjahr zurückkehrt und neben Maguire als klare Titelkandidatin gilt. Dazu kommen die südafrikanische Weltranglisten-38. Casandra Alexander und die Kanadierin Anna Huang, die die aktuelle Order of Merit anführt. Mit 16 irischen Spielerinnen – darunter Lauren Walsh, Sara Byrne, Olivia Mehaffey und Aine Donegan – stellt der Gastgeber die stärkste Home-Vertretung der Turniergeschichte.

Aus rot-weiß-roter Sicht steht Emma Spitz im Fokus. Österreichs Nummer 1 bringt eine spürbar aufsteigende Formkurve nach Irland mit: Beim Investec SA Women's Open in Kapstadt fuhr die Niederösterreicherin im Mai mit Rang T4 ihr Saisonhighlight ein, bei der VP Bank Swiss Ladies Open in Holzhäusern klassierte sie sich zuletzt mit einer 68er-Schlussrunde auf T15. Der Palmer South Course – ein klassisches, taktisch anspruchsvolles Parkland-Layout, das die Präzision und Nervenstärke der Spielerinnen fordert – kommt Spitz' Spielstil grundsätzlich entgegen. 

Für Spitz ist die K-Club-Woche zudem eine ideale Standortbestimmung im finalen Saisondrittel. Nach Irland folgen die La Sella Open in Spanien (20.9.), die neue Ladies Italian Open (27.9.) und die PIF-Global-Series-Events in Asien – Wochen, in denen jede Cut-Position und jeder Preisgeldrang für die abschließende Jahreswertung wichtig sein wird.

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