DP World PGTI Open 2026

HotelPlanner Tour – 19.-22. März | Classic Golf & Country Club, Gurugram/Indien 

Nemecz verpasst den Sieg in Indien nur knapp. Bleier rettet sich spektakulär in den Cut, fällt am Schlusstag allerdings aus den Top 50. Schwab kommt nicht aus der Bredouille

Lukas Nemecz geht eigentlich mit keinem guten Gefühl an den Abschlag, denn an den Trainingstagen kämpft er mit seinem Schwung und trifft die Bälle nicht wie gewünscht. Mit dem ersten Abschlag findet er jedoch sofort in den Fokus und bringt sich von Beginn an in eine aussichtsreiche Position im Kampf um den Sieg. 

Auch von schwierigen äußeren Bedingungen lässt er sich nicht aus dem Konzept bringen. Gewitter und Nebel sorgen für Verzögerungen und zwingen ihn gleich zweimal dazu, Runden früh am nächsten Morgen zu beenden. Besonders sein starkes kurzes Spiel erweist sich als Erfolgsfaktor, während er im langen Spiel nach eigenem Empfinden nicht sein gewohntes Potenzial ausschöpft. 

Mit zwei 67er-Runden (-5) und nur einem Schlagverlust liegt er zur Halbzeit dennoch klar auf Tuchfühlung mit der Spitze. Am Moving Day kann er zunächst nur zwölf Löcher absolvieren, ehe das Spiel aufgrund der Dunkelheit unterbrochen wird. Nach der Fortsetzung bleibt er aber auf dem Gaspedal: Mit einer 64 (-8), der besten Runde des Tages, schließt er die Lücke zur Spitze und geht bei -18 gemeinsam mit dem Südafrikaner MJ Daffue in Führung in die Schlussrunde. 

Auch bei der letzten Umrundung knüpft der Steirer zunächst nahtlos an seine starke Leistung an und notiert zwei Birdies auf den ersten fünf Löchern, womit er zwischenzeitlich die alleinige Führung übernimmt. Im weiteren Verlauf macht sich jedoch die Belastung bemerkbar. Noch vor dem Turn folgen zwei Bogeys, und auch auf den Back Nine wechseln sich Birdies mit Schlagverlusten ab. Mit einer 71 (-1) kann er das ganz hohe Tempo der Konkurrenz nicht mehr mitgehen. 

Während Daffue bei -21 den Sieg einfährt, wird Nemecz bei insgesamt -19 noch von zwei weiteren Konkurrenten überholt und beendet das Turnier auf Rang vier. Mit dem starken Ergebnis sammelt der Steirer jedoch wichtige Punkte für die Road to Mallorca, in der er sich auf Rang 16 verbessert, und zeigt sich entsprechend zufrieden. Erst recht mit Blick auf die bevorstehende Zwangspause der HotelPlanner Tour: Aufgrund der aktuellen Kriegshandlungen im Nahen Osten werden die April-Turniere in dieser Region aus Sicherheitsgründen abgesagt, wodurch sich der Turnierkalender deutlich ausdünnt. Das nächste Event steht erst Anfang Mai auf dem Programm. Bis dahin nutzt Nemecz die Zeit, um sich bestmöglich vorzubereiten und beim Heimspiel auf dem österreichischen Audi Circuit weiter Spielpraxis zu sammeln. 

Bleier rettet sich spektakulär ins Wochenende 

Christoph Bleier startet nach seinem Erfolgserlebnis mit Platz zwei in der Vorwoche mit einer 70 (-2) ins Turnier. Sechs Birdies unterstreichen sein weiterhin angriffslustiges Spiel, allerdings muss er auch vier Bogeys hinnehmen. In Runde zwei gestaltet sich das Rennen um den Cut für ihn äußerst spannend. Nach 17 Löchern liegt Bleier Even Par und damit zwei Schläge über der Cut-Linie. Mit dem drohenden Aus vor Augen bleibt der Oberösterreicher jedoch ruhig und beweist Nervenstärke: Mit einem Eagle auf der Schlussbahn schafft er mit einer weiteren 70 im letzten Moment den Sprung ins Wochenende. 

Am Moving Day nutzt er die Chance und macht mit einer 71 (-1) weitere Plätze gut. Am Finaltag fordert die Belastung jedoch ihren Tribut. Mit einer 75 (+3) fällt er noch auf Rang 62 zurück. Fünf Bogeys und ein Doppelbogey stehen dabei vier Birdies gegenüber. Insgesamt stellt er jedoch ein weiteres Mal unter Beweis, dass er auf dem richtigen Weg ist und für den Sprung auf die höchsten beiden europäischen Touren bereit ist. 

Schwab bringt sich erneut in die Bredouille 

Matthias Schwab gerät mit einer 75 (+3) zum Auftakt wie bereits in der Vorwoche sofort unter Druck. In der zweiten Runde zeigt er jedoch erneut eine starke Reaktion und spielt eine fehlerfreie 66 (-6). Zwischenzeitlich sieht es danach aus, als würde er damit noch den Cut schaffen, am Ende fehlt jedoch ein einziger Schlag auf den Einzug ins Wochenende. 

DP World PGTI Open 2026

Leaderboard

Turniervorschau

Nach dem Rückzug der HotelPlanner Tour vom Indien-Turnier in Ahmedabad in der Vorwoche – aufgrund der Spannungen im arabischen Raum – kehrt die Tour im Rahmen der Road to Mallorca in dieser Woche mit der co-sanctioned DP World PGTI Open in Delhi wieder zum regulären Spielbetrieb zurück. Dementsprechend geht es nun wieder um wichtige Ranglistenpunkte. 

Indien ist kein Neuland für die Tour: Bereits von 2011 bis 2013 war das Land Teil des Kalenders, ehe es 2023 sein Comeback feierte. Austragungsort ist – wie bereits in den beiden Jahren zuvor – der Classic Golf & Country Club, südlich von Delhi. Die von Golflegende Jack Nicklaus designte Anlage gilt als erster 27-Loch-Signature-Course Südasiens. 

Im Vorjahr erwies sich der Platz als hervorragendes Pflaster für die Österreicher: Maximilian Steinlechner und Lukas Nemecz spielten in der Schlussrunde um den Sieg und belegten letztlich die starken Ränge vier bzw. elf. Während Steinlechner mittlerweile auf der DP World Tour in China im Einsatz ist, kehrt Nemecz nach rund einem Monat Turnierpause an den Ort des Erfolges zurück und will an die starke Leistung aus dem Vorjahr anknüpfen. 

Die aktuelle Saison verlief bislang noch nicht nach Wunsch – ein Spitzenresultat steht weiterhin aus. Im Vorjahr kam Nemecz im Südafrika-Swing ebenfalls nur schwer in Fahrt, ehe er in Indien den entscheidenden Push fand und sich in weiterer Folge bis knapp an eine DP-World-Tour-Karte heranspielte. 

Viel positives Momentum bringt Christoph Bleier mit, der mit einem sensationellen Erfolgserlebnis nach Delhi reist. Der 24-jährige Oberösterreicher bewies in der Vorwoche bei der Indorama Ventures Open Golf Championship außergewöhnliche mentale Stärke – und das unter äußerst schwierigen Umständen. Nach einer chaotischen Anreise mit zwei verpassten Flügen erreichte er den Turnierort erst am Mittwochabend. Ohne Proberunde oder Vorbereitung spielte Bleier dennoch konstant stark und sicherte sich mit gesamt acht unter Par Rang zwei sowie rund 33.000 US-Dollar Preisgeld. Bitter: Durch den Rückzug der HotelPlanner Tour zählt das Turnier nicht für die „Road to Mallorca“-Wertung. Für Bleier ist das Event in Delhi somit das erste HotelPlanner-Turnier außerhalb Österreichs – sein bislang bestes Ergebnis datiert von einem geteilten 19. Platz beim Heimturnier in Adamstal 2022. 

Ebenfalls am Start ist Matthias Schwab, der aktuell händeringend nach Form und einem Erfolgserlebnis sucht, um den Negativtrend zu stoppen. In der Vorwoche zeigte der Steirer ein wechselhaftes Bild: Nach einer verkorksten Auftaktrunde kämpfte er sich mit einer starken 67 (-5) noch in den Cut, konnte am Wochenende jedoch nicht nachlegen. Auch der restliche Saisonverlauf verlief für ihn enttäuschend – bei drei Starts in Südafrika gelang ihm nur ein Cut, das beste Resultat war Rang T43.