Draußen ist es bitter, bitter kalt...

Wenn die kalte Jahreszeit kommt, sperren die Golfclubs zu, die Schläger werden eingewintert und Golf wird auf Eis gelegt. Dem muss nicht so sein. Unzählige Golfhallen und Indoor-Clubs bieten genügend Möglichkeiten, um mit Spaß und Golf durch den Winter zu kommen.

Von Christoph Hauzenberger

Wenn die Tage kürzer werden und das Wetter einen täglich vor die Herausforderung stellt, wie man sich denn noch eine Schicht mehr anziehen kann, beginnt für viele Golfer eine triste Zeit. Die Golfclubs und, sofern man es sich nicht leisten kann, in wärmere Gegenden zu reisen, die eigenen Schläger gehen in ihre verdiente Winterpause. Dabei war jetzt gerade das Timing beim Schwung stimmig, die Putts präzise und auch mental hat alles gestimmt – wenn man im Frühling auf die erste Runde geht kann man sich sicher sein: Nichts von all dem ist mehr so.

Zeit nutzen

Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt es sich auch in den Wintermonaten, seine Golfschläger nicht verstauben zu lassen. Eine gute und preiswerte Möglichkeit dafür bieten Indoor-Golfplätze. Egal ob es regnet, schneit oder hagelt, in den Hallen kann man gemütlich Bälle schlagen. Man spielt eine Runde in St. Andrews auf einem Golfsimulator, der einem vom Launchwinkel bis hin zur Schlägerkopfgeschwindigkeit auch alle Details über den Schlag errechnet, übt Chips und Putts oder geht einfach abschlagen – es findet sich immer etwas, worauf man Lust hat. Dadurch, dass man nicht abrupt aufhört, Golf zu spielen, und weiter trainiert, bleiben die Bewegungsabläufe konstanter, und man kann seine Form über den Winter konservieren, um sie in die neue Golfsaison mitzunehmen.

Nachjustieren & verbessern

Damit aber nicht nur die bestehende Form erhalten bleibt, sondern auch an der Technik gefeilt wird, empfiehlt es sich im Winter mit einem Pro zusammenzuarbeiten. Gerade in der Halle achtet man mehr auf sich selbst und die Bewegungsabläufe beim Schlag. Die Flugbahn des Balls tritt in den Hintergrund, wichtig sind die angewandte Technik und der Erfolg, der damit erzielt wird. In vielen der Golfhallen arbeiten in der Off-Season Golf-Pros, und man kann in den meisten Fällen auch den Pro seines Vertrauens für Trainingseinheiten mitnehmen.

St. Andrews oder Pebble Beach?

Natürlich kann eine Golfhalle keinen Golfplatz ersetzen. Dennoch bietet sie einerseits die perfekte Möglichkeit, im Training zu bleiben, und andererseits jede Menge Spaß. Nehmen Sie sich ein paar Freunde mit und spielen Sie eine Runde im Simulator – also eigentlich in St. Andrews, Pebble Beach, Palm Beach oder in einem Golfclub Ihrer Wahl. Dies ermöglicht es Ihnen, im Training zu bleiben, Sie müssen nicht krampfhaft Ihr Handicap spielen, und vor allem lässt es einen wirklich vergessen, dass es draußen regnet oder schneit.

Vor- und Nachteile von Indoor-Golf

Golf-Pros über das Techniktraining im Winter.

PLUS: Tipps für Ihr Winter-Indoor-Training.

Franz Laimer

Der wesentliche Vorteil beim Indoor-Golf ist, dass man sich besser konzentrieren kann, da keine Ablenkungen vorhanden sind.Ein Simulator kann den Platz natürlich nicht ersetzen, da das Gefühl beim Spielen einfach ein anderes ist. Der Winter ist perfekt, um mit einem Pro gemeinsam an der Technik zu feilen. Durch kontinuierliche Arbeit kann viel verbessert werden. Ebenso werden die Muskeln, die man zum Golfspielen braucht, nicht zurückgebildet, da sie trainiert werden.

Mein Tipp für den Winter: an der Pre-Shot-Routine arbeiten: Schläger greifen, Schläger ausrichten, Stand einnehmen. Zuerst sollte man sie aktiv auffrischen und danach vertiefen.

Gary Felton

Ein Vorteil ist, dass man unter perfekten Bedingungen analysiert wird. Die Analysetools sind auf dem letzten Stand der Technik und man erhält nach jedem Schlag eine detaillierte Analyse. Ebenso sieht man die tatsächliche Länge des Schlages. Der offensichtlichste Unterschied ist, dass man sich beim Spielen nicht bewegt und auch nicht an der frischen Luft ist. Zweiteres ist eher egal, aber durch das fehlende Gehen zwischen den einzelnen Löchern ist die Situation beim Schlag leicht verändert. Dank der ausgefeilten Technik der Messinstrumente kann man jedes Detail des Schwungs genau analysieren. Man bekommt sofort Feedback zur gezeigten Leistung. Die Leute achten in der Halle auch viel mehr auf ihre Bewegung, nicht auf das Resultat.

Mein Tipp: Setzen Sie sich klare Ziele. Blicken Sie zurück und fragen Sie, wie Sie in der letzten Saison gespielt haben, wo Sie in der nächsten hinwollen, und was dafür nötig ist.

Paul Baker

Ein klarer Vorteil ist, dass man sich mehr mit der Technik des Schwungs beschäftigt als mit dem Flug. So lassen sich schnell und effizient Verbesserungen erzielen. Prinzipiell sehe ich keine Nachteile. Manche Leute haben anfangs Hemmungen, in der Box voll durchzuschwingen – das ist aber eine reine Gewohnheitssache. Dank der Analysetools kann man sich jedes Detail des Schwunges genau ansehen. Wenn man sieht, dass etwas nicht passt, kann man es ändern. Viele Leute probieren gewisse Dinge im Freien nur einmal, in der Halle versuchen sie es so oft, bis es passt, weil sie die Flugkurve des Balls nicht vor sich sehen.

Mein Tipp: Nutzen Sie die Winterzeit, um in der Halle Konstanz in den Schwung zu bringen. Dank der Analyse sieht man die eigenen Werte und kann so seinen Schwung wiederholbar machen.

Toni Bittl

Vor allem das Sam PuttLab-Tool ist genial zum Putten-Üben. So lässt sich über den Winter der Puttstroke erheblich verbessern. Der Nachteil an einem Simulator ist, dass die Flugbahn des Balls nur berechnet wird. Diese kann aber von der realen abweichen. Ich mache grobe Technik-Umstellungen nur im Winter. Da hat man Zeit zu üben und es ist kein Problem, wenn man den Ball -anfänglich nicht gut trifft. Man hat genug Zeit, alles richtigzustellen, und im Frühjahr erntet man die Früchte der Arbeit.

Mein Tipp: Vor allem das Üben des Puttens bringt im Winter enorm viel. Kaufen Sie sich eine Putting-Matte mit einigen Zusatztools.

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