Anti Doping

Anti-Doping / NADA Austria

Wird in der öffentlichen und veröffentlichten Meinung von den Schattenseiten des Sports gesprochen, so ist neben Manipulation und Korruption sowie den gesundheitlichen Risiken einer Spitzensport-Karriere meist von Doping die Rede. Die in den letzten Jahren deutlich gesteigerte Aufmerksamkeit für das Phänomen illegaler Leistungssteigerung mithilfe von Substanzen und Methoden, die nicht zuletzt auch durch zahlreiche Dopingfälle bekannter Sportler begünstigt wurde, hat dazu geführt, dass auch die Anti-Doping Bemühungen verstärkt wurden.

Unter Doping und dopingäquivalentem Verhalten versteht man alle Ausprägungsformen, die die folgenden Eigenschaften aufweisen: Intention der Leistungssteigerung, -optimierung und/oder –konstanz, Überschreitung natürlicher Grenzen durch Manipulation körpereigener Prozesse und/oder der Körperintegrität, Anwendung von Substanzen und/oder Methoden.

Aufgabe der NADA Austria

Die Nationale Anti Doping Agentur GmbH (NADA Austria) wurde am 1. Juli 2008 als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) mit Sitz in Wien gegründet. Sie übernimmt seither die gesetzlichen Verpflichtungen der “Unabhängigen Dopingkontrolleinrichtung” im Sinne des österreichischen Anti-Doping Bundesgesetzes. Ihre Arbeitsgrundlage ist der von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) herausgegebene Welt-Anti-Doping-Code, der von allen großen Sportorganisationen unterzeichnet wurde und die weltweite Anti-Doping Arbeit vereinheitlicht.
Die Hauptaufgabe der NADA Austria ist die Anti-Doping Arbeit im Sport durch ein effizientes, modernes Dopingkontrollsystem und Prävention im Sinne von Aufklärung, Information und Bewusstseinsbildung.

Wer kann durch die NADA kontrolliert werden

Die Anti-Doping Bestimmungen gelten grundsätzlich für den gesamten organisierten Sport. Laut Anti-Doping Bundesgesetz können alle Personen getestet werden, die Mitglieder oder Lizenznehmer einer aus Bundessportfördermitteln geförderten Organisation (zumeist Bundes-Sportfachverbände) sind, oder die an Wettkämpfen teilnehmen, die von einer dieser Organisationen veranstaltet werden. Bekommt eine Organisation keine Sportförderung, so ist das Anti-Doping Bundesgesetz im Bereich der Dopingkontrollen nicht anwendbar

Wie wird Doping bestraft?

Die repressive Anti-Doping Arbeit zielt auf schweres, systematisches Doping bzw. auf die Dealer und Organisatoren des Betrugs ab, daher gibt es seit 2009 die Möglichkeit, schon beim ersten Versuch lebenslang zu sperren (systematisches Doping, Handel, etc.). Als „Standard-Sanktion“ ist ab Jänner 2015 ein vierjähriger (bisher zweijähriger) Ausschluss aus allen Sportarten vorgesehen. Bei Dopingfällen, die durch Unwissenheit oder mangelndes Verschulden entstanden sind, können Sperren reduziert oder ganz ausgesetzt werden.

Neben den sportrechtlichen Sanktionsmöglichkeiten gibt es aber noch eine zweite Dimension, die strafrechtliche Verfolgung. Einerseits ist der Besitz, der Handel und die Weitergabe von Dopingsubstanzen strafbar, andererseits kann auch der Eigenkonsum im Sinne von Sportbetrug geahndet werden. Auch hier versucht das Gesetz kriminelle Strukturen zu unterbinden, keinesfalls soll der unbedarfte Breitensportler, der gar nicht weiß, dass sein Medikament verboten ist, kriminalisiert werden.

Präventionsangebote der NADA Austria

Die präventive Anti-Doping Arbeit der NADA Austria setzt auf Information, Aufklärung und Bewusstseinsbildung im Spitzen-, Breiten- und Freizeitsport. Ziel ist es, die Sportler und alle Personen aus ihrem Umfeld dabei zu unterstützen, dass sie selbstbewusst und aus eigener Entscheidung gegen Doping und dopingäquivalentes Verhalten eintreten. Alle Präventionsangebote stehen kostenlos zur Verfügung.

Die NADA Austria bietet Schulungen, Vorträge und Seminare bei Nachwuchs- und Leistungssportlern, Trainern, Sportfunktionären, Sportpsychologen, (Sport-) Ärzten, Physiotherapeuten, etc. an. Je nach Kapazität werden auch Vorträge im Breitensport oder Podiumsdiskussionen wahrgenommen.
Im Rahmen ihres 2013 gestarteten Anti-Doping-Schul-Programms hat es sich die NADA Austria zum Ziel gesetzt, alle Schulen für Leistungssportler direkt zu betreuen. Jede Klasse der teilnehmenden Schulen wird von den Referenten der NADA Austria einmal pro Jahr für drei Unterrichtseinheiten besucht. Schwerpunkt der altersgerecht aufbauenden Module ist neben den „traditionellen“ Themen („Was ist Doping?“, „Ablauf einer Dopingkontrolle“, „Rechte und Pflichten“, Umgang mit Nahrungsergänzungsmitteln, etc.) vor allem auch die Frage „Warum wird gedopt?“ und „Warum ist Doping verboten?“.

Die Info-Tour der NADA Austria besucht Jugendveranstaltungen und Nachwuchssport-Events in ganz Österreich. Die Mitarbeiter des Info-Standes bieten Unterstützung und Hilfestellungen bei allen Fragen der jungen Sportler, Trainer, Betreuer, Funktionäre und Eltern. Zudem können die Besucher alle Online-Angebote der NADA Austria (eLearning-Programme, Videos, unterschiedliche Quiz-Formen, Mobile Game „Born to Run“, etc.) nutzen und Info-Material beziehen.
Um alle Möglichkeiten der zielgruppengerechten Kommunikation und Bewusstseinsbildung zu nützen, bietet die NADA eine Reihe an Online-Informationsangeboten (Anti-Doping-Lizenz, „Bleib sauber“,…) an und ist zudem auf Facebook (www.facebook.com/nadaaustria) und YouTube (www.youtube.com/sauberezeiten) vertreten.

Um die sportinteressierte Öffentlichkeit zu sensibilisieren, werden Kooperationen mit Bundes-Sportfachverbänden durchgeführt, in deren Rahmen bspw. TV-Spots gesendet und Slogans der Anti-Doping Arbeit über Schiedsrichter-Trikots, T-Shirts und LED-Banden verbreitet werden.